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Gewöhnlicher Frauenmantel

Alchemilla vulgaris

Niedrige, mehrjährige Staude mit fächerförmigen, gelappten Blättern, auf denen sich Tautropfen sammeln, und kleinen gelbgrünen Blüten. In der Volksheilkunde gehört Frauenmantel zu den klassischen Frauenkräutern.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Fächerförmige, gelappte Blätter mit schimmernden Tautropfen.

2

Sehr kleine, gelbgrüne Blüten in lockeren Blütenständen.

3

Feuchtere Wiesen, Weiden und Waldränder in Hügel- und Berglagen.

Wie Sie die Pflanze erkennen

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Blätter wie ein Mantel

Die Blätter des Frauenmantels sind rundlich bis fächerförmig und in mehrere flache Lappen geteilt. Sie sind fein behaart, sodass sich Tautropfen in der Blattmitte sammeln. Dieses typische Aussehen erinnert an einen kleinen, gerafften Mantel.

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Unauffällige Blüten

Die Blüten des Frauenmantels sind winzig und gelbgrün gefärbt. Sie besitzen keine auffälligen Kronblätter und stehen in lockeren Rispen über dem Laub. Beim Bestimmen der Pflanze spielen sie eine Nebenrolle – wichtiger sind die charakteristischen Blätter.

Standort

Frauenmantel wächst besonders gern auf leicht feuchten Wiesen und Weiden, an Wegrändern und lichten Waldrändern. Bevorzugt werden humusreiche, eher kühle Standorte, wie sie in Hügel- und Bergregionen typisch sind.

Verwendung

Kräutertee mit Frauenmantel

Getrocknetes Frauenmantelkraut wird häufig als Bestandteil von Kräuterteemischungen verwendet. Der Geschmack ist mild und leicht herb, sodass es sich gut mit Minze, Melisse oder Kamille kombinieren lässt.

Mai–August (frisch), ganzjährig (getrocknet)

Junge Blätter in Frühlingsmischungen

Sehr junge Blätter können in kleinen Mengen Frühlingsmischungen aus Wildkräutern beigefügt werden. Aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts sollte Frauenmantel jedoch nicht den Hauptanteil ausmachen.

April–Mai

Wirkung der Pflanze

Entzündungshemmende Wirkung

Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Gesundheit der Haut

Fördert die Heilung von Wunden, Ekzemen und anderen Hautproblemen.

Schmerzlinderung

Kann Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.

Frauengesundheit

Unterstützt das hormonelle Gleichgewicht und kann Menstruationsbeschwerden lindern.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Waldränder und Feldgehölze Wiesen und Grasflächen Weiden Berg- und Vorgebirgsregionen Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe

Frauenmantel wächst auf eher feuchten Wiesen und Weiden, an Wegrändern und lichten Waldrändern. Er bevorzugt humusreiche, mäßig feuchte Böden und ein eher kühleres Klima und ist daher häufig in Bergregionen zu finden.

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Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Ernten Sie die oberirdischen, blühenden Pflanzenteile zu Beginn der Blüte an trockenen Tagen. Sammeln Sie nur gesunde Pflanzen fernab stark befahrener Straßen und gespritzter Flächen. Schneiden Sie die Triebe ab, anstatt die Pflanzen mitsamt der Wurzel auszureißen.

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Klassisches Frauenkraut

Frauenmantel gilt seit Jahrhunderten als klassisches Frauenkraut. In der Volksheilkunde wurde er bei Regelbeschwerden und zur allgemeinen Stärkung eingesetzt. Heute steht vor allem sein hoher Gerbstoffgehalt und die adstringierende Wirkung im Vordergrund.

Tau der Alchemisten

Die Tautropfen, die sich in der Blattmitte des Frauenmantels sammeln, galten früher als besonders rein. Alchemisten nutzten dieses Wasser in ihren Versuchen – daher der Name der Gattung Alchemilla.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“