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Gewöhnlicher Giersch

Aegopodium podagraria

Ausdauernde, bis etwa kniehohe Staude mit dreizähligen, gezähnten Blättern und weißen Doldenblüten, die dichte Teppiche in Gärten, Parks und an Waldrändern bildet.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Dreizählige, gesägte Blätter, die an Holunder erinnern.

2

Ausdauernde Staude mit dichten Beständen aus Rhizomen.

3

Weiße Doldenblütenstände über dem Laub.

4

Hohler, geriefter Stängel mit dreikantigem Querschnitt.

5

Stickstoffreiche, frische Böden in Gärten, Parks und an Waldrändern.

Wie Sie die Pflanze erkennen

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Blätter

Die Grundblätter sind lang gestielt und meist zwei- bis dreifach dreizählig geteilt. Die einzelnen Fiederblättchen sind eiförmig-lanzettlich, mit ungleich gesägtem Rand. Die jungen Blätter bilden eine Form, die an einen Ziegenfuß erinnert – ein wichtiges Erkennungsmerkmal von Giersch.

Gesamtbild

Giersch wird etwa 30–80 cm hoch. Aus einem weit kriechenden, weißen Rhizom treiben zahlreiche aufrechte, gefurchte Stängel mit dichtem Laub. Dadurch bildet er geschlossene Teppiche und gilt als hartnäckiges Gartenunkraut.

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Blüten

Die kleinen, weißen, fünfzähligen Blüten stehen in zusammengesetzten Dolden mit 5–10 cm Durchmesser. Sie erheben sich im späten Frühling bis Frühsommer über das Blattwerk und werden von vielen Insekten besucht.

Stängel

Der Stängel von Giersch ist aufrecht, hohl und längs gerillt. Im Querschnitt ist er deutlich dreikantig, wobei eine Kante abgerundet und die gegenüberliegende Seite leicht eingezogen ist – ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von ähnlichen Doldenblütlern.

Standort

Giersch gedeiht in halbschattigen bis schattigen Lagen, etwa unter Sträuchern, an Zäunen, in Gebüschen und an Waldrändern. Er profitiert von nährstoffreichen, humosen Lehmböden und folgt häufig menschlicher Nutzung.

Verwendung

Frühlingsgemüse aus Giersch

Junge Gierschblätter lassen sich wie Spinat zubereiten: kurz andünsten mit Zwiebel und Knoblauch oder als Füllung für Quiche und Gemüseaufläufe. In Mischungen mit anderen Wildkräutern schmecken sie besonders harmonisch.

März–Juni (junge Blätter)

Frühlingssalat mit Giersch

Sehr junge Gierschblätter können roh in bunte Wildkräutersalate gemischt werden. In Kombination mit milden Blattsalaten, Radieschen und Sprossen ergibt sich ein frischer Frühlingsmix.

März–April

Giersch-Pesto

Aus Gierschblättern, Nüssen, Öl und Knoblauch entsteht ein kräftiges Wildkräuter-Pesto. In kleiner Menge verleiht es Nudelgerichten, Ofengemüse oder Brotaufstrichen eine würzige Note.

April–Juni

Wirkung der Pflanze

Entzündungshemmende Wirkung

Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Schmerzlinderung

Kann Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.

Unterstützung des Stoffwechsels

Unterstützt den Fettstoffwechsel und den allgemeinen Energiehaushalt.

Unterstützung der Leber

Fördert die Regeneration der Leber und ihre Entgiftungsfunktion.

Energie und Vitalität

Steigert körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Waldränder und Feldgehölze Gebüschsäume und Hecken Ufer von Flüssen und Bächen Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe Parks und städtisches Grün

Giersch ist in fast ganz Europa heimisch und bildet in Gärten, Parkanlagen, an Waldrändern, in Auwäldern und Gebüschen dichte Bestände. Er verträgt Beschattung, liebt humose, stickstoffreiche Böden und folgt oft menschlichen Siedlungen.

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Junge, hellgrüne Blätter sammelt man im Frühjahr, solange sie noch weich und saftig sind. Ernte nur aus unbelasteten Beständen fernab vielbefahrener Straßen. Ältere Blätter eher dünsten oder kochen. Beim Sammeln von Doldenblütlern immer mehrere Merkmale (Blätter, Stängel, Geruch) prüfen.

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Klostergemüse bei Gicht

In vielen Klostergärten wurde Giersch als Heilpflanze gegen Gicht und rheumatische Beschwerden kultiviert. Gleichzeitig diente er als frisches Grün in der einfachen Klosterküche.

Das meistgehasste Unkraut?

Für viele Gärtner ist Giersch das personifizierte „Problemunkraut“ – er kommt immer wieder. Wer ihn als Wildgemüse nutzt, verwandelt dieses Problem jedoch in eine stetig verfügbare Ressource.

Frühes Wildgemüse statt Spinat

Junge Gierschblätter lassen sich wie Spinat verwenden – in Suppen, Aufläufen, Quiches oder als kräftiges Wildkräuter-Pesto. In Mischungen mit anderen Kräutern wirkt der Geschmack milder.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“

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