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Gewöhnliches Leinkraut

Linaria vulgaris

Ausdauernde, krautige Pflanze mit schmalen, linealen Blättern und auffälligen, gelb-orangen Blütenähren, wertvolle Nektarquelle für Wildbienen.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Schlanke, aufrechte Staude mit dichtem, gelb blühendem Blütenstand.

2

Gelb-orange, schnappenartige Blüten mit langem Sporn.

3

Schmale, lineale Blätter entlang des Stängels.

4

Aufrechter, meist unverzweigter Stängel aus kurzem Rhizom.

5

Typische Saum- und Ruderalpflanze an Wegen und Böschungen.

Wie Sie die Pflanze erkennen

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Gesamte Pflanze

Das Gewöhnliche Leinkraut ist eine ausdauernde Staude von etwa 20–80 cm Höhe. Die Stängel sind aufrecht und nur wenig verzweigt, mit zahlreichen schmalen Blättern. Am Stängelende sitzt eine dichte, ährenartige Traube gelber Blüten mit Sporn, durch die die Pflanze schon von weitem auffällt.

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Blüten

Die Blüten des Leinkrauts sind leuchtend gelb mit orangefarbener Zeichnung auf der Unterlippe und besitzen einen langen, nach hinten gerichteten Sporn. Sie stehen dicht gedrängt in einem endständigen, traubigen Blütenstand. Die geschlossene Blüte öffnet sich nur für kräftige Insekten wie Hummeln. Die Blütezeit reicht vom Sommer bis in den Herbst.

Blätter

Die Blätter des Leinkrauts sind schmal, lineal bis schmal lanzettlich, ganzrandig und sitzend. Sie stehen überwiegend wechselständig am Stängel. Durch die Vielzahl schmaler Blätter wirkt die Pflanze feingliedrig, bleibt aber dank ihres Wurzelwerks dennoch robust.

Stängel

Der Stängel des Leinkrauts ist aufrecht, meist wenig verzweigt und trägt den endständigen Blütenstand. Aus einem kurzen, verzweigten Rhizom können mehrere Stängel hervorgehen, wodurch sich die Pflanze zu lockeren Horsten oder kleinen Beständen zusammenschließt.

Standort

Gewöhnliches Leinkraut besiedelt bevorzugt sonnige Wegränder, Feldraine, Bahndämme, Schotterflächen und andere Ruderalstandorte. Es kommt sowohl in mageren Wiesen als auch auf nährstoffreichen Böden vor und zeigt häufig trockene, gut drainierte Substrate an.

Verwendung

Bitterer Kräutertee aus Leinkraut

Aus dem blühenden Kraut des Gewöhnlichen Leinkrauts lässt sich ein bitterer Kräutertee bereiten, der in der Volksheilkunde zur kurzfristigen Unterstützung von Verdauung und Galle genutzt wurde. Aufgrund möglicher leichter Giftigkeit der Pflanze sollte der Tee nur in kleinen Mengen und nicht über längere Zeiträume innerlich angewendet werden.

Juni–September (frisches Kraut), ganzjährig aus getrockneter Droge

Wirkung der Pflanze

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Gesundheit der Haut

Fördert die Heilung von Wunden, Ekzemen und anderen Hautproblemen.

Antibakterielle Wirkung

Hilft, Bakterien und bakterielle Infektionen zu bekämpfen.

Unterstützung der Leber

Fördert die Regeneration der Leber und ihre Entgiftungsfunktion.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Wiesen und Grasflächen Weiden Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe

Gewöhnliches Leinkraut ist in weiten Teilen Europas heimisch und besiedelt sonnige Saum- und Ruderalstandorte. Typisch sind Straßen- und Feldränder, Bahndämme, Brachflächen sowie trockene, eher nährstoffreiche Wiesen. Durch seine Anspruchslosigkeit und starke Bewurzelung stabilisiert es Böschungen und lockere Schotterböden.

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Sammeln Sie das blühende Kraut während der Hauptblütezeit im Sommer
  • Nur saubere Bestände fernab vielbefahrener Straßen und belasteter Flächen nutzen
  • Das Kraut locker bündeln und luftig im Schatten trocknen
  • Innerliche Anwendung nur kurmäßig und nach fachkundiger Beratung

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Heilpflanze am Feldrain

Das Gewöhnliche Leinkraut ist eine typische Heilpflanze der Feldraine und Wegränder. In der Volksheilkunde wurde es innerlich bei Verdauungs- und Leberbeschwerden und äußerlich bei Hautproblemen genutzt – heute vor allem in traditionellen Kräutermischungen und nur mit Vorsicht.

Volksname „Butter und Eier“

Aufgrund der gelben Grundfarbe mit orangefarbenem Fleck wird Leinkraut im Englischen volkstümlich „butter and eggs“ genannt. Die auffällige Zeichnung dient nicht nur als Blickfang für Menschen, sondern weist bestäubende Insekten gezielt zum Nektar.

Spezialblüte für Hummeln

Die Blüten des Leinkrauts sind so gebaut, dass nur kräftige Insekten wie Hummeln die Unterlippe herunterdrücken und zum Nektar gelangen können. Damit ist die Pflanze ein wertvoller Partner spezialisierter Bestäuber in säumigen Lebensräumen.

Ausläufer und Böschungssicherung

Über kurze Rhizome und Wurzelsprosse breitet sich das Leinkraut schrittweise aus und kann Böschungen und lockere Schotterböden stabilisieren. In Kulturen wird es daher teils als problematisches, schwer zu bekämpfendes Unkraut betrachtet.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“