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Große Klette

Arctium lappa

Kräftige zweijährige Staude mit großen Blättern und kugeligen, klettenden Köpfchen, die sich an Kleidung und Tierfell festhaken.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Kräftige zweijährige Staude mit großer Blattrosette und verzweigtem Stängel.

2

Sehr große, herzförmige Blätter, oben grün, unten dicht grau-filzig.

3

Kugelige, purpurfarbene Köpfchen mit hakenförmigen Borsten (Kletten).

4

Lange, spindelförmige Pfahlwurzel mit weißem, saftigem Inneren.

5

Typische Ruderalpflanze an Wegen, Schuttplätzen und in Gärten.

Wie Sie die Pflanze erkennen

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Wuchsform

Die Große Klette wird meist 1–2 m hoch. Im ersten Jahr bildet sie nur eine bodennahe Blattrosette, im zweiten Jahr einen starken, längsgerillten Stängel mit vielen Seitenästen und kugeligen Köpfchen. Die Pflanze wirkt massiv und sticht im Bestand deutlich hervor.

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Blätter

Die Blätter der Großen Klette stehen wechselständig, sind breit herzförmig bis eiförmig und können als Grundblätter 50–60 cm lang werden. Die Oberseite ist mattgrün, die Unterseite dicht grau-filzig behaart. Die Blattstiele sind gerillt und recht kräftig.

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Blütenköpfchen

Die Blüten stehen in kugeligen Köpfchen von 2–3 cm Durchmesser. Die röhrenförmigen Blüten sind purpur- bis violettfarben. Die Hüllblätter tragen hakenförmig gebogene Spitzen, die sich in Fell und Kleidung verankern. Die Hauptblütezeit liegt von Juli bis September.

Wurzel

Die Pfahlwurzel der Großen Klette ist lang, spindelförmig und innen weißlich. Im ersten Jahr ist sie zart und saftig, später zunehmend holzig. Geschmacklich erinnert sie an milde Wurzelgemüse und wird in der Wildküche sowie in der asiatischen Küche („Gobo“) verwendet.

Standort

Die Große Klette bevorzugt nährstoffreiche, stickstoffhaltige Böden an Wegrändern, Bahndämmen, Schuttplätzen, Zäunen und in verwilderten Gärten. Sie wächst gern vollsonnig bis halbschattig und ist häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden.

Verwendung

Geröstete Klettenwurzel

Junge Wurzeln der Großen Klette können in Streifen geschnitten und mit Öl und Kräutern im Ofen geröstet werden. Sie erinnern geschmacklich an mildes Wurzelgemüse und passen gut zu Karotten und Kartoffeln.

März–April, Oktober–November

Gebratenes „Gobo“

Fein geschnittene Klettenwurzel, in der Pfanne mit Sojasauce, Knoblauch und Sesam gebraten, ist ein aromatisches Wildgemüse nach japanischer Art.

Ganzjährig aus lagerfähigen Wurzeln

Wirkung der Pflanze

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Gesundheit der Haut

Fördert die Heilung von Wunden, Ekzemen und anderen Hautproblemen.

Unterstützung des Stoffwechsels

Unterstützt den Fettstoffwechsel und den allgemeinen Energiehaushalt.

Unterstützung der Leber

Fördert die Regeneration der Leber und ihre Entgiftungsfunktion.

Regulierung des Blutzuckers

Hilft, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und den Glukosestoffwechsel zu unterstützen.

Antioxidative Wirkung

Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Ufer von Flüssen und Bächen Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe Parks und städtisches Grün

Die Große Klette wächst an Wegrändern, auf Schuttplätzen, an Zäunen, auf nährstoffreichen Böden in der Nähe von Siedlungen. Sie mag volle Sonne bis Halbschatten und humose, eher feuchte Lehmböden. Häufig findet man sie in Gärten, an Kompostplätzen und auf Ruderalflächen.

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Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Wurzeln werden im ersten Jahr im Herbst oder im zweiten Frühjahr vor der Blütenbildung geerntet. Sammeln Sie nur an unbelasteten Standorten fern von Straßenverkehr und Industrie. Junge Blätter können im Frühjahr geerntet werden. Lassen Sie immer einen Teil der Pflanzen stehen und graben Sie nicht den ganzen Bestand aus.

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Klette als Vorbild für den Klettverschluss

Die haftenden Köpfchen der Großen Klette dienten als Vorbild für den Klettverschluss (Velcro). George de Mestral untersuchte in den 1950er Jahren die kleinen Häkchen der Pflanze unter dem Mikroskop und entwickelte daraus das bekannte Verschlusssystem.

„Gobo“ – asiatisches Wurzelgemüse

Die Wurzel der Großen Klette ist in Japan als „Gobo“ ein traditionelles Gemüse und wird in Suppen, Eintöpfen und Pfannengerichten verwendet. Auch in Europa entdecken Wildkräuter-Fans die aromatische Wurzel wieder neu.

Heilpflanze für Haut und Stoffwechsel

Die Große Klette gilt traditionell als Heilpflanze zur Unterstützung von Haut, Leber und Ausscheidung. Wurzel und Blätter werden in Kräutermischungen bei unreiner Haut und zur sanften Stoffwechselanregung eingesetzt.

Bodenlockerung und Lebensraum

Die tiefe Pfahlwurzel der Großen Klette lockert verdichtete Böden. Die großen Blätter bieten Lebensraum und Versteck für Insekten. In naturnahen Gärten kann sie – kontrolliert – als Bodenverbesserer und Nektarquelle dienen.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“