Klostergarten-Heilpflanze
Die Ringelblume gehörte zu den klassischen Heilpflanzen in historischen Klostergärten. Sie wurde als vielseitiges Mittel bei Wunden, Entzündungen und Hautproblemen geschätzt.
Calendula officinalis
Einjährige Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler mit leuchtend gelb-orangenen Blüten, beliebte Zier- und Arzneipflanze in Naturgärten.
Hell- bis mittelgrüne, leicht klebrige Blätter, ganzrandig bis schwach gezähnt
Leuchtend gelb- bis orangefarbene Körbchenblüten mit 4–7 cm Durchmesser
Gekrümmte, hakenförmige Achänen, oft halbmondförmig gebogen
Aufrechte, verzweigte Pflanze, meist 30–60 cm hoch
Milder, krautig-harziger Duft, Blüten und Blätter leicht klebrig
Die Blätter der Ringelblume sind wechselständig, lanzettlich bis spatelförmig und etwa 5–12 cm lang. Die Oberfläche ist fein behaart und kann sich durch Harzstoffe leicht klebrig anfühlen. Die Farbe reicht von hell- bis mittelgrün. Die unteren Blätter sind meist gestielt und größer, weiter oben sitzen sie direkt am Stängel. Beim Zerreiben verströmen sie einen milden, krautigen Duft.
Die Blüten der Ringelblume stehen einzeln an den Enden der Stängel. Die Zungenblüten sind kräftig gelb bis intensiv orange gefärbt, der Blütenkorb erreicht meist 4–7 cm Durchmesser. Bei Sonnenschein öffnen sich die Blüten weit, bei trübem Wetter oder am Abend schließen sie sich teilweise. Die Blütezeit reicht bei regelmäßigem Ausputzen verblühter Köpfe von Juni bis in den Herbst.
Die Früchte sind trockene Achänen, die charakteristisch gebogen, halbmond- oder hakenförmig sind. Sie können warzig oder mit kleinen Zähnchen besetzt sein und sind gelblich-braun bis braun gefärbt. An einer Pflanze kommen verschiedene Formen gleichzeitig vor – ein typisches Bestimmungsmerkmal der Ringelblume. Die Achänen reifen von August bis Oktober.
Die Ringelblume bildet aufrechte, verzweigte Stängel, die meist 30–60 cm hoch werden. Die Stängel sind grün, leicht gerillt und fein behaart. Durch das starke Verzweigen entstehen reich blühende Büsche, besonders wenn verblühte Köpfe regelmäßig entfernt werden. Im Kräuter- oder Bauerngarten fällt die Ringelblume als farbintensiver Blickfang sofort ins Auge.
Blüten und Blätter der Ringelblume verströmen einen milden, krautig-harzigen Duft, der bei Reiben der Pflanzenteile intensiver wird. Durch den Gehalt an Harzen und ätherischen Ölen fühlen sich Blütenböden und junge Blätter leicht klebrig an. Diese Stoffe tragen maßgeblich zu den hautpflegenden und wundheilenden Eigenschaften bei.
Die Zungenblüten der Ringelblume können frisch über Salate, Brotaufstriche, Suppen oder Getreidegerichte gestreut werden. Sie bringen einen mild würzigen Geschmack und eine leuchtend gelb-orangefarbene Note auf den Teller und eignen sich auch hervorragend zum Dekorieren von Desserts und Gebäck.
Frische oder getrocknete Blütenblätter lassen sich in Kräuterbutter oder hochwertige Pflanzenöle einarbeiten. Ringelblumenöl kann sowohl in kleinen Mengen in der kalten Küche verwendet als auch als Grundlage für Salben und Hautöle genutzt werden.
Getrocknete, fein zerkleinerte Blütenblätter können als natürliches Farbpulver in Reis, Suppen, Nudel- oder Backteige eingerührt werden. Die Ringelblume färbt Speisen warm gelb bis goldorange und ist damit eine sanfte Alternative zu künstlichen Farbstoffen.
Ringelblumensalbe oder -öl wird traditionell zur Pflege trockener, rissiger und empfindlicher Haut verwendet. Sie kommt bei kleinen Schürfwunden, Rissen, leichten Verbrennungen ersten Grades und Insektenstichen zum Einsatz und unterstützt die natürliche Regeneration der Haut.
Zubereitungen mit Ringelblume (Cremes, Salben, Bäder) können bei trockenen Ekzemen, geröteter und juckender Haut lindernd wirken. Sie tragen dazu bei, die Hautbarriere zu stabilisieren und Reizungen zu beruhigen. Empfindliche Personen sollten die Verträglichkeit zunächst an einer kleinen Hautstelle testen.
Ringelblume wird in kleinen Mengen in Kräuterteemischungen zur Unterstützung der Verdauung und als mild galleanregende Pflanze verwendet. Bei innerlicher Anwendung (Tee, Tinkturen) sollte die Dosierung beachtet und bei Dauereinnahme oder Vorerkrankungen ärztlicher Rat eingeholt werden.
Ringelblumenextrakte finden sich in vielen Naturkosmetikprodukten: Seifen, Lippenbalsamen, Shampoos, Babycremes und Körperölen. Sie verleihen den Produkten einen sanften goldgelben Farbton und unterstützen die pflegende, hautberuhigende Wirkung.
Getrocknete Blüten können in selbstgemachte Seifen, Badezusätze, Massageöle oder Handbäder eingearbeitet werden. Beliebt sind etwa Ringelblumen-Handbäder für beanspruchte Hände oder Fußbäder zur Pflege trockener Haut.
Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.
Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.
Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.
Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.
Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.
Kann Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.
Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.
Ringelblumen wachsen vor allem in Gärten, auf Kräuterbeeten und an Hausrändern. Sie können aus Kultur verwildern und dann an Wegrändern, auf Böschungen und brachliegenden Flächen erscheinen. Bevorzugt werden vollsonnige bis leicht halbschattige Standorte mit gut durchlässigen, nicht dauerhaft nassen Böden. Durch regelmäßiges Abschneiden verblühter Köpfe verlängert sich die Blütezeit bis in den Herbst.
Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!
Für eine innerliche Anwendung von Ringelblume (starke Tees, Tinkturen, hohe Dosierungen) in Schwangerschaft und Stillzeit sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Zur Hautpflege besser speziell geeignete, milde Präparate verwenden.
Personen mit Allergien auf Korbblütler (z. B. Kamille, Arnika, Beifuß) können auch auf Ringelblume empfindlich reagieren. Bei Erstkontakt Produkte zunächst sparsam auf einer kleinen Hautstelle testen.
Unvollständig getrocknete Blüten können schimmeln und sind dann nicht mehr verwendbar. Anzeichen sind muffiger Geruch oder sichtbarer Schimmel. Getrocknete Ringelblumen immer trocken, dunkel und gut verschlossen aufbewahren.
Auch bei gut verträglichen Heilpflanzen gilt: Weniger ist oft mehr. Empfohlene Mengen in Tees und Mischungen nicht dauerhaft überschreiten. Bei längerer innerlicher Anwendung Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Heilpraktiker halten.
Ringelblumen können mit anderen orange blühenden Zierpflanzen wie Studentenblumen (Tagetes) verwechselt werden. Diese besitzen nicht dieselben traditionellen Anwendungen. Für Tee oder innerliche Anwendungen nur sicher bestimmte Ringelblumen verwenden.
Die Ringelblume gehörte zu den klassischen Heilpflanzen in historischen Klostergärten. Sie wurde als vielseitiges Mittel bei Wunden, Entzündungen und Hautproblemen geschätzt.
Die intensiv orangefarbenen Blütenblätter wurden früher als günstiger „Safran der Armen“ zum Färben von Reis, Suppen oder Butter genutzt – dekorativ und ganz ohne künstliche Farbstoffe.
Ringelblumen sind heute eine der am häufigsten verwendeten Pflanzen in Hausmitteln und Naturkosmetik. Sie finden sich in vielen Salben, Cremes und Ölen für empfindliche, trockene oder irritierte Haut.
Reich blühende Ringelblumenbeete locken Bienen, Hummeln und andere Bestäuber an. In naturnahen Gärten leisten sie damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Insektenvielfalt.
„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“