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Vogelbeere (Eberesche)

Sorbus aucuparia

Schlanker Laubbaum mit lockerer Krone, gefiederten Blättern und dichten Dolden leuchtend orange-roter Beeren (Vogelbeeren).

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Unpaarig gefiederte Blätter mit schmalen, gesägten Fiederblättchen

2

Dichte, cremeweiße Blütendolden mit starkem Duft

3

Leuchtend orange-rote Beeren in dichten Fruchtständen

4

Schlanker Stamm mit graubrauner, relativ glatter Rinde

5

Typischer Baum der Mittelgebirge, Waldränder und Parks

Wie Sie die Pflanze erkennen

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Blätter

Die Blätter der Eberesche sind unpaarig gefiedert, 10–20 cm lang und bestehen aus 9–15 schmalen, lanzettlichen Fiederblättchen mit deutlich gesägtem Rand. Das Endfiederblatt ist den übrigen Blättchen ähnlich. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite heller; im Herbst verfärben sich die Blätter leuchtend gelb bis orange-rot.

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Blüten

Die Blüten der Eberesche sind klein, cremeweiß und fünfzählig. Sie stehen in dichten, ebenen Schirmrispen mit 8–15 cm Durchmesser und erscheinen im Mai bis Juni. Der Duft ist intensiv und etwas „tierisch“, lockt aber zahlreiche Insekten an.

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Früchte

Die Früchte der Eberesche sind kleine, kugelige Scheinbeeren (Apfelfrüchte) von 6–10 mm Durchmesser, die sich im Spätsommer leuchtend orange-rot bis scharlachrot verfärben. Sie hängen in dichten, oft überhängenden Fruchtständen und bleiben häufig bis in den Winter am Baum. Das Fruchtfleisch ist herb und leicht bitter, enthält aber viel Vitamin C, organische Säuren und Pektin.

Stamm und Rinde

Die Eberesche besitzt meist einen schlanken, geraden Stamm. Die Rinde ist bei jungen Bäumen graubraun bis silbrig grau, glatt und mit feinen, waagerechten Lentizellen versehen. Im Alter wird sie etwas rauer und leicht rissig, jedoch ohne tief gefurchte Borke.

Standort

Die Eberesche wächst häufig in Mittel- und Hochlagen, an Waldrändern, auf Kahlschlägen und felsigen Hängen. Ebenso wird sie gerne in Parks, Gärten und entlang von Straßen gepflanzt. Im Spätsommer und Herbst fallen die Bäume durch ihre leuchtend orange-roten Fruchtstände sofort ins Auge.

Verwendung

Vogelbeergelee und Konfitüre

Aus vollreifen, blanchierten Vogelbeeren lässt sich ein intensiv aromatisches Gelee oder eine Konfitüre herstellen. Die leicht herbe Note harmoniert besonders gut mit Wildgerichten, kräftigem Käse oder herzhaftem Brot.

September–Oktober (Früchte nach den ersten Frösten)

Vogelbeerlikör

Für Vogelbeerlikör werden reife Beeren mit Alkohol, Zucker und Gewürzen angesetzt. Nach mehrmonatiger Reifezeit entsteht ein dunkelroter Likör mit feiner, leicht herber Note, der gut als Digestif geeignet ist.

September–Oktober (Früchte), Reifezeit mehrere Monate

Wirkung der Pflanze

Unterstützung des Immunsystems

Stärkt die natürliche Abwehrkraft des Körpers und hilft, Krankheiten vorzubeugen.

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Antioxidative Wirkung

Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.

Unterstützung der Leber

Fördert die Regeneration der Leber und ihre Entgiftungsfunktion.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Laubwälder Mischwälder Waldränder und Feldgehölze Berg- und Vorgebirgsregionen Felsige Standorte und Geröllhalden Parks und städtisches Grün

Die Eberesche besiedelt Waldränder, Lichtungen, Berglagen und felsige Standorte. Häufig wird sie in Parks, Gärten und entlang von Straßen als Zier- und Vogelnährgehölz gepflanzt. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit durchlässigen, eher sauren Böden, verträgt aber auch arme und trockene Lagen und kommt gut mit Stadtklima zurecht.

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Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Ernten Sie Früchte nur an sauberen Standorten fernab von Straßenverkehr
  • Schneiden Sie ganze Fruchtstände, am besten nach den ersten Frösten
  • Verarbeiten Sie die Beeren immer erhitzt – roh nur in sehr kleinen Mengen
  • Entfernen Sie nach Möglichkeit die Kerne, da sie cyanogene Glycoside enthalten können
  • Lassen Sie ausreichend Früchte für Vögel als wichtige Winterquelle zurück

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Schutzbaum in Mythologie und Brauchtum

Die Eberesche gilt in nordischer und keltischer Überlieferung als starker Schutzbaum. Zweige wurden über Haustüren und Ställen aufgehängt, um vor Blitzschlag, Hexerei und „bösem Zauber“ zu schützen, und in Sagen rettet ein Ebereschenzweig sogar den Gott Thor aus einem reißenden Strom.

Vogelbeerschnaps und Liköre

Die leuchtenden Früchte der Eberesche werden seit langem zur Herstellung von Vogelbeerschnaps, Likören und aromatisierten Spirituosen genutzt. Durch ihren hohen Säure- und Aromagehalt verleihen sie den Getränken eine komplexe, leicht herb-süße Note.

Winterliche Vogeltafel

Die leuchtenden Beeren der Eberesche dienen zahlreichen Vogelarten im Winter als überlebenswichtige Nahrung. Amseln, Seidenschwänze und viele andere Arten suchen gezielt nach Vogelbeerbäumen. Wer beim Sammeln einige Fruchtstände hängen lässt, unterstützt aktiv die heimische Vogelwelt.

Obstbaum für raues Klima

Die Eberesche gedeiht auch auf mageren, sauren Böden und in rauem Klima. In Bergregionen wurde sie daher als ergänzender Obstbaum gepflanzt, wenn Apfel und Co. weniger zuverlässig trugen. Einige Zuchtformen besitzen größere, milder schmeckende Früchte, die sich besonders gut für die Verarbeitung eignen.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“