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Wald-Ziest

Stachys sylvatica

Kräftige, bis 80–100 cm hohe Staude mit vierkantigem, behaartem Stängel, herzförmigen grob gezähnten Blättern und purpurnen Blütenquirlen, die beim Zerreiben deutlich riecht.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Kräftige, behaarte Staude mit purpurnen Blütenähren am Waldrand.

2

Herzförmige, grob gezähnte Blätter, stark behaart und auffällig riechend.

3

Purpurne Lippenblüten mit heller Zeichnung, dicht in Scheinquirlen angeordnet.

4

Vierkantiger, behaarter Stängel, leicht verzweigt und robust.

Wie Sie die Pflanze erkennen

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Gesamterscheinung

Der Wald-Ziest wird meist 40–80 cm hoch und besitzt einen aufrechten, vierkantigen, stark behaarten Stängel. Die purpurnen Blüten stehen in dichten Scheinquirlen und bilden eine auffällige Blütenähre. Häufig wächst die Art in kleinen Gruppen an Wegen und Waldrändern.

Blätter

Die gegenständigen Blätter des Wald-Ziest sind herzförmig bis eiförmig, mit grob gesägtem Rand und deutlich behaarter Oberfläche. Sie erinnern in Form und Größe an Brennnesselblätter, besitzen aber keinen Nesselreiz. Beim Zerreiben entwickeln sie einen typischen, für viele Menschen unangenehmen Geruch.

Blüten

Die Blüten des Wald-Ziest sind purpurrot bis violett, mit heller Zeichnung auf der Unterlippe. Als typische Lippenblüten sind sie zweilippig und stehen in dichten Scheinquirlen übereinander, die zusammen eine auffällige Blütenähre bilden. Die Blütezeit liegt überwiegend im Sommer und bietet reichlich Nektar für Insekten.

Stängel

Der Stängel des Wald-Ziest ist deutlich vierkantig, robust und meist dicht behaart. Er verzweigt sich im oberen Bereich und trägt mehrere Blattpaare, bevor er in die Blütenähre übergeht. Die Kombination aus Vierkantstängel und starker Behaarung ist ein gutes Bestimmungsmerkmal.

Verwendung

Wirkung der Pflanze

Entzündungshemmende Wirkung

Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Gesundheit der Haut

Fördert die Heilung von Wunden, Ekzemen und anderen Hautproblemen.

Antibakterielle Wirkung

Hilft, Bakterien und bakterielle Infektionen zu bekämpfen.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Laubwälder Mischwälder Waldränder und Feldgehölze Gebüschsäume und Hecken Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder

Wald-Ziest besiedelt Unterwuchs und Ränder von Laub- und Mischwäldern, Feldgehölze, Hecken und schattige Wegränder. Er bildet oft Gruppen an halbschattigen, stickstoffreichen Stellen und begleitet den Menschen entlang von Waldwegen und Altweiden.

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Sammeln Sie nur eindeutig bestimmte Pflanzen mit typischer Blütenähre und vierkantigem behaartem Stängel
  • Die Krauternte erfolgt vorzugsweise zur Blütezeit (Juni–August)
  • Meiden Sie stark belastete Standorte an Straßen, Industriezonen und frisch gespritzten Feldern
  • Nutzen Sie den Wald-Ziest überwiegend äußerlich (Umschläge, Spülungen); innerliche Anwendung nur in kleinen Mengen
  • Lassen Sie einen Teil der Bestände stehen, um Insekten und die natürliche Verjüngung zu schützen

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Historische Wundheilpflanze

Früher wurde der Wald-Ziest als Wundkraut genutzt und zur Unterstützung der Heilung kleiner Verletzungen eingesetzt. Heute steht eher sein ökologischer Wert im Vordergrund, während innerliche Anwendungen mit Vorsicht betrachtet werden.

Geruch als Verteidigung

Der eigentümliche Geruch der Blätter beim Zerreiben wirkt wahrscheinlich als Fraßschutz. Für Sammler ist er zugleich ein deutliches Signal, dass es sich nicht um ein klassisches Gewürzkraut handelt.

Sommerquelle für Bestäuber

Blühende Bestände des Wald-Ziest bieten im Hochsommer reichlich Nektar und Pollen. Entlang von Wegen und Waldrändern bilden sie wichtige Trittsteine für Wildbienen und andere Bestäuber.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“