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Wermutkraut

Artemisia absinthium

Hohe, ausdauernde Staude mit silbrig-grünen, stark gefiederten Blättern und vielen kleinen, gelblichen Blütenköpfchen. Die Pflanze duftet intensiv und schmeckt extrem bitter.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Hohe, silbrig-grüne Staude in lockeren Horsten

2

Tief fiederteilige, silbrig behaarte Blätter

3

Viele kleine, gelbliche Köpfchen in Rispen

4

Gerippter Stängel, charakteristischer ätherischer Duft

5

Ruderalflächen, Wegränder, Mauern, alte Gärten

Wie Sie die Pflanze erkennen

Gesamtbild

Wermutkraut wird meist 40–100 cm hoch. Es besitzt aufrecht wachsende, im unteren Bereich verholzende Stängel, die sich nach oben hin stark verzweigen. Durch die feine Behaarung wirkt die ganze Pflanze silbrig-grau und verströmt bei Berührung einen intensiven Duft.

Blätter

Die Blätter des Wermutkrauts sind zwei- bis dreifach fiederteilig und in schmale Lappen zerschnitten. Durch die feine Behaarung erscheinen sie silbrig-grau. Die unteren Blätter sind größer und gestielt, die oberen kleiner und sitzend. Der Geschmack ist stark bitter.

Blüten

Die Blüten des Wermutkrauts sind kleine, kugelige bis leicht hängende Köpfchen von gelblicher Farbe. Sie stehen in zahlreichen, lockeren Rispen an den oberen Stängelabschnitten und blühen meist von Juni bis August.

Stängel und Geruch

Die Stängel sind aufrecht, längs gerippt und im unteren Teil oft verholzt. Zerreibt man Blätter oder Stängel zwischen den Fingern, entfaltet sich ein kräftiger, würzig-bitterer Duft nach ätherischen Ölen – typisch für Wermutkraut.

Standort

Wermutkraut wächst bevorzugt auf trockenen, nährstoffreichen Ruderalstandorten: an Wegrändern, Bahndämmen, Mauern sowie in alten Gärten und Hofbereichen. Es ist eine typische Siedlungsbegleitpflanze.

Verwendung

Hausgemachter Wermutbitter

Ein kleiner Anteil Wermutkraut in einer Kräutermischung kann in Alkohol mazeriert werden, um einen hausgemachten Bitter für nach dem Essen herzustellen. Aufgrund des Thujon-Gehalts nur sparsam und kurweise genießen.

Juni–August (frisches Kraut), ganzjährig (getrocknet)

Wirkung der Pflanze

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Antibakterielle Wirkung

Hilft, Bakterien und bakterielle Infektionen zu bekämpfen.

Unterstützung des Stoffwechsels

Unterstützt den Fettstoffwechsel und den allgemeinen Energiehaushalt.

Unterstützung der Leber

Fördert die Regeneration der Leber und ihre Entgiftungsfunktion.

Energie und Vitalität

Steigert körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Wiesen und Grasflächen Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe

Wermut wächst bevorzugt an trockenen, vollsonnigen Standorten: an Wegrändern, Bahndämmen, Mauern, auf Brachflächen und in alten Gärten. Staunässe verträgt er schlecht, Hitze und Trockenheit dagegen sehr gut.

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Ernten Sie das blühende Kraut von Juni bis August
  • Schneiden Sie nur die oberen, gut belaubten Triebteile
  • Schonend im Schatten und bei guter Belüftung trocknen
  • Nur kleine Mengen in Tees oder Tinkturen verwenden (typisches Bittermittel)
  • Nicht in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern anwenden

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Kraut des Absinths

Wermutkraut ist die wichtigste Bitterpflanze im legendären Absinth. Zusammen mit Anis und Fenchel prägt es den charakteristischen Geschmack und Duft dieses Getränks.

Extrem bitteres Heilkraut

Wermut gehört zu den bittersten heimischen Heilpflanzen. Schon kleine Mengen im Tee oder in Tinkturen reichen aus, um die Bitterrezeptoren anzusprechen und die Verdauung anzuregen.

Natürlicher Schädlingsschutz

Getrocknetes Wermutkraut wurde traditionell in Schränken und Vorratsräumen aufgehängt, um Motten und andere Schädlinge fernzuhalten. Der starke Duft der ätherischen Öle wirkt auf viele Insekten abschreckend.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“