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Zitterpappel

Populus tremula

Mittelgroßer Laubbaum mit locker aufgebauter Krone und kleinen, rundlichen Blättern an abgeflachten Blattstielen, die im Wind stark zittern.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Kleine, nahezu runde Blätter an seitlich abgeflachten Blattstielen, die stark zittern.

2

Bei jungen Bäumen glatt und graugrün, später graubraun und leicht längsrissig.

3

Früh im Jahr, noch vor dem Laubaustrieb, erscheinen hängende männliche und weibliche Kätzchen.

Wie Sie die Pflanze erkennen

Blätter

Die Blätter sind rundlich bis breit eiförmig, 3–7 cm lang, mit schwach gelapptem oder fein gekerbtem Rand. Der Blattstiel ist seitlich abgeflacht und ermöglicht das typische Zittern der Blätter bereits bei leichtem Wind. Im Frühjahr sind die Blätter hellgrün, im Sommer sattgrün und im Herbst leuchtend gelb bis orange.

Rinde

Die Rinde junger Bäume ist glatt, graugrün und dünn. Mit zunehmendem Alter wird sie grau bis graubraun und entwickelt flache Längsrisse. Die Rinde schmeckt leicht bitter, enthält Salicylate und wurde traditionell ähnlich wie Weidenrinde verwendet.

Kätzchen

Die Zitterpappel blüht sehr früh im Jahr, meist im März bis April, noch bevor die Blätter erscheinen. Die männlichen Kätzchen sind länger und hängend, mit rötlichen Staubbeuteln. Die weiblichen Kätzchen sind zunächst kürzer und eher aufrecht. Aus ihnen entwickeln sich kleine Kapseln mit Samen und weißem Haarschopf, der vom Wind verbreitet wird.

Verwendung

Wirkung der Pflanze

Entzündungshemmende Wirkung

Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Gesundheit der Atemwege

Lindert Beschwerden bei Erkältung, Husten und Bronchitis.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Schmerzlinderung

Kann Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.

Energie und Vitalität

Steigert körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Laubwälder Mischwälder Waldränder und Feldgehölze Berg- und Vorgebirgsregionen Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder

Die Zitterpappel wächst von der Ebene bis in montane Lagen. Man findet sie an Waldrändern, auf Kahlschlägen, an Wegen, Böschungen und auf Brachflächen. Häufig bildet sie dichte Bestände aus Wurzelausschlägen. Sie bevorzugt frische, gut durchlüftete Böden, kommt aber auch mit ärmeren Standorten zurecht.

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Beim Sammeln der Rinde niemals rund um den Stamm schälen – der Baum würde absterben. Nutzen Sie junge Äste, Bruchholz oder Material aus Pflegemaßnahmen. Sammeln Sie die Rinde im zeitigen Frühjahr vor dem Laubaustrieb, Knospen im Spätwinter. Nur kleine Mengen für den Eigenbedarf entnehmen.

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Zitternde Blätter

Die Redewendung „zittert wie ein Espenblatt“ beschreibt das typische Blätterzittern der Zitterpappel. Der abgeflachte Blattstiel lässt selbst bei leichtem Wind ganze Zweige vibrieren – ein Effekt, der in vielen Sagen und Erzählungen auftaucht.

Pionierbaum der Waldentwicklung

Die Zitterpappel zählt zu den wichtigsten Pionierbäumen. Sie besiedelt Kahlschläge und Brandflächen, verbessert das Kleinklima, beschattet den Boden und schafft so günstige Bedingungen für nachfolgende Baumarten. Zahlreiche Insekten- und Pilzarten sind auf sie angewiesen.

Nutzung des Holzes

Espenholz ist hell, leicht und relativ weich. Es wird unter anderem für Schachteln, Zündhölzer, einfache Holzgeräte und Saunabänke genutzt, da es sich nur wenig aufheizt. Für ungeschützte Außenkonstruktionen ist es weniger geeignet, da es schnell verrottet.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“