Hypericum perforatum
Zurück zum Atlas

Johanniskraut

Hypericum perforatum

Mehrjährige Heilpflanze mit goldgelben Blüten und kleinen, punktierten Blättern, deren Ölkanäle bei Zerreiben rötlich färben. Eine der wichtigsten europäischen Pflanzen zur Unterstützung des Nervensystems und der Hautregeneration.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Kleine elliptische Blätter mit durchscheinenden Punkten

2

Goldgelbe, fünfzählige Blüten mit zahlreichen Staubblättern

3

30–60 cm hohe, aufrechte Pflanze mit charakteristisch kantigem Stängel

4

Sonnige, trockene Wiesen, Böschungen und Wegränder

5

Feiner Kräuterduft, Blüten färben Öl rot

Wie Sie die Pflanze erkennen

Hypericum perforatum - Leaf

Blätter

Die Blätter des Johanniskrauts sind klein, gegenständig, elliptisch und ganzrandig. Hält man sie gegen das Licht, erscheinen zahlreiche helle Punkte – winzige Ölbehälter. Diese „Lichtpunkte“ verleihen der Pflanze ihren Namen („perforatum“). Die durchscheinenden Punkte sind eines der sichersten Erkennungsmerkmale des echten Johanniskrauts.

Hypericum perforatum - Flower

Blüten

Die Blüten sind leuchtend goldgelb, fünfzählig und 1–2 cm groß. Sie stehen in lockeren, verzweigten Blütenständen. Die Blütenblätter haben oft feine dunkle Punkte an den Rändern und können beim Zerreiben eine rote Färbung hinterlassen – ein Hinweis auf Hypericin. Die vielen Staubblätter verleihen dem Blütenstand ein „sonniges“ Erscheinungsbild. Blütezeit: Juni–August.

Gesamte Pflanze

Johanniskraut ist eine mehrjährige, 30–60 cm hohe Heilpflanze. Die Stängel sind aufrecht, meist zweikantig, im oberen Teil stark verzweigt und tragen zahlreiche gelbe Blüten. Auf trockenen, sonnigen Standorten bildet die Art häufig größere Bestände. Sie wirkt im Wuchs leicht, hell und gut sichtbar in Wiesenbeständen.

Standort

Johanniskraut bevorzugt trockene, durchlässige Böden und vollsonnige Standorte. Es wächst auf Magerwiesen, Wegrändern, Böschungen, Schotterflächen und steinigen Hängen. Auch auf sandigen und nährstoffarmen Böden kommt es gut zurecht. An schattigen oder dauerhaft nassen Stellen wächst es kaum oder verschwindet. Das Vorkommen zeigt oft warme und offene Standorte an.

Duft & Farbstoff

Frisches Johanniskraut verströmt einen milden, krautigen Duft. Eine markante Eigenschaft ist die Fähigkeit der Blüten, Öle intensiv rot zu färben – ein Effekt der Hypericin-haltigen Drüsen. Die Rotfärbung ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal traditionellen Johanniskrautöls.

Verwendung

Wirkung der Pflanze

Entzündungshemmende Wirkung

Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Gesundheit der Atemwege

Lindert Beschwerden bei Erkältung, Husten und Bronchitis.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Antioxidative Wirkung

Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.

Schmerzlinderung

Kann Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.

Linderung bei Erkältung

Hilft bei Schnupfen, Fieber und grippeähnlichen Beschwerden.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Mischwälder Wiesen und Grasflächen Moore und Feuchtgebiete Brachflächen und verwilderte Standorte

Johanniskraut wächst bevorzugt auf trockenen, sonnigen Wiesen, Böschungen, Wegrändern, Bahn- und Straßennahen Böschungen sowie auf steinigen Hängen. Es verträgt volle Sonne, mäßigen Halbschatten, aber keine dauerhaft nassen Böden. Häufige Art in Mittel- und Südeuropa, besonders auf gestörten oder mageren Standorten.

Hypericum perforatum - Habitat

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Sammeln Sie nur bei trockenem Wetter zur Mittagszeit in voller Blüte
  • Schneiden Sie die oberen 10–20 cm der blühenden Triebe – nicht ausreißen
  • Blätter gegen das Licht prüfen – sie müssen perforiert wirken
  • Nicht an Straßenrändern oder pestizidbelasteten Feldern sammeln
  • Zum Trocknen dünn auslegen, im Schatten und gut belüftet
  • Für Johanniskrautöl nur frische, gesunde Blüten ohne Tau verwenden

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Sonnenwendkraut

Johanniskraut ist traditionell eng mit der Zeit der Sommersonnenwende verbunden. Blühende Zweige wurden in Häusern aufgehängt, um Schutz vor Unwettern, Krankheiten und negativen Einflüssen zu bieten. In manchen Regionen wurde es in Sonnwendfeuern verbrannt.

Natürliches Stimmungsaufhellungsmittel

Johanniskraut gehört zu den am besten untersuchten Heilpflanzen zur Unterstützung der seelischen Balance. Es wird bei leichten Verstimmungen, innerer Unruhe und Schlafproblemen verwendet. Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden ist eine fachliche Abklärung unabdingbar.

Rotes Johanniskrautöl

Rotes Johanniskrautöl entsteht durch Mazeration frischer Blüten in hochwertigem Pflanzenöl. Das Öl färbt sich innerhalb weniger Wochen intensiv rot. Es wird traditionell zur Pflege gereizter Haut, kleiner Verletzungen, Narben und verspannter Muskeln verwendet.

Schutz- und „Sonnenkraut“

In volkstümlichen Überlieferungen galt Johanniskraut als Schutzkraut gegen böse Träume, negative Energien und seelische Belastungen. Man legte es unter das Kopfkissen oder trug es auf Reisen als Talisman. Heute steht diese Symbolik vor allem für seine Rolle als Kraut für Licht, Ruhe und seelische Stabilität.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“

Verwandte Inhalte

Rezepte mit Johanniskraut