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Tau-Brombeere

Rubus caesius

Niedriger, teils kriechender Brombeerstrauch mit bedornten Ranken und blau-schwarzen, bereiften Sammelsteinfrüchten.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Meist dreiteilige Blätter mit gesägtem Rand

2

Weiße bis zart rosafarbene, fünfzählige Blüten

3

Blau-schwarze, bereifte Sammelsteinfrüchte

4

Rankende, bogig überhängende Triebe mit kräftigen Stacheln

5

Waldränder, Gebüsche, Feldränder und Böschungen

Wie Sie die Pflanze erkennen

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Blätter

Die Blätter sind überwiegend dreiteilig, seltener mit mehr Fiederblättchen. Die einzelnen Blättchen sind eiförmig bis elliptisch mit deutlich gesägtem Rand. Die Blattunterseite ist heller und leicht behaart, Blattstiele und Adern können feine Stacheln tragen.

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Blüten

Die Blüten sind weiß bis zart rosafarben, fünfzählig und etwa 1–2 cm groß. Sie stehen in lockeren Blütenständen an den Triebspitzen. Die Blütezeit reicht meist von Mai bis Juli; die Blüten sind reich an Nektar und wichtig für zahlreiche Bestäuber.

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Früchte

Die Früchte sind Sammelsteinfrüchte, ähnlich den Brombeeren, jedoch meist etwas kleiner und runder. In der Vollreife sind sie blau-schwarz und deutlich bereift. Der Geschmack ist süß-säuerlich und aromatisch. Die Reifezeit erstreckt sich in der Regel von Juli bis September.

Triebe und Stacheln

Die Triebe sind schlank, bogig überhängend oder kriechend und tragen zahlreiche, teils stark gebogene Stacheln. Junge Triebe können an Bodenkontaktstellen leicht wurzeln und so dichte, schwer zugängliche Bestände ausbilden.

Standort

Die Tau-Brombeere wächst bevorzugt an Waldrändern, in Gebüschen, Hecken, an Böschungen, Wegrändern und auf Brachflächen. Sie liebt sonnige bis halbschattige, gut drainierte Böden und besiedelt häufig gestörte Standorte wie Böschungen und Ruderalflächen.

Verwendung

Frische Wildfrüchte

Reife Früchte der Tau-Brombeere eignen sich hervorragend zum Frischverzehr, für Obstsalate, Müsli, Joghurt und Desserts. Sie liefern Vitamin C und zahlreiche antioxidative Pflanzenstoffe.

Juli–September (Früchte)

Konfitüren und Sirupe

Aus den Früchten lassen sich aromatische Konfitüren, Gelees, Sirupe und Fruchtsaucen herstellen, die sich gut mit Äpfeln oder anderen Wildfrüchten kombinieren lassen.

Juli–September (frische Früchte), ganzjährig (Eingewecktes)

Wirkung der Pflanze

Unterstützung des Immunsystems

Stärkt die natürliche Abwehrkraft des Körpers und hilft, Krankheiten vorzubeugen.

Entzündungshemmende Wirkung

Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Antioxidative Wirkung

Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.

Gesundheit der Haut

Fördert die Heilung von Wunden, Ekzemen und anderen Hautproblemen.

Schmerzlinderung

Kann Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.

Regulierung des Blutzuckers

Hilft, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und den Glukosestoffwechsel zu unterstützen.

Linderung bei Erkältung

Hilft bei Schnupfen, Fieber und grippeähnlichen Beschwerden.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Waldränder und Feldgehölze Wiesen und Grasflächen Gebüschsäume und Hecken Ufer von Flüssen und Bächen Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe Parks und städtisches Grün

Typisch sind Waldränder, Hecken, Gebüsche, Bahndämme, Böschungen und Feldraine. Sie bildet oft niedrige, dichte Bestände, die sonnige und halbschattige Saumgesellschaften besiedeln.

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Ernte die Früchte nur voll ausgereift, wenn sie weich sind und sich leicht ablösen. Meide belastete Standorte direkt an Straßen. Junge Blätter für Tee werden im Frühjahr bei trockenem Wetter geerntet und anschliessend schonend im Schatten getrocknet.

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Unterschlupf und Nahrung für Wildtiere

Dichte, stachelige Bestände der Tau-Brombeere bieten geschützte Brut- und Rückzugsräume für viele Vogelarten und Kleinsäuger. Die reifen Früchte dienen zahlreichen Tieren als wertvolle Nahrungsquelle im Spätsommer.

Natürlicher Farbstoff aus den Früchten

Der Saft der Früchte färbt intensiv dunkelviolett und kann in der Küche als natürlicher Farbstoff für Desserts, Gelees und Getränke genutzt werden.

Traditionelle Heilpflanze

Die Blätter der Tau-Brombeere wurden in der Volksheilkunde bei Durchfall und als Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwendet und finden sich auch heute noch in manchen Teemischungen.

Wald-„Bonbons“ für Kinder

Reife Brombeerfrüchte gelten als beliebte Nascherei beim Waldspaziergang. Besonders bei Kindern sollte man jedoch darauf achten, dass nicht auf einmal zu große Mengen verzehrt werden, um den Magen nicht zu reizen.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“

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