Taraxacum officinale
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Löwenzahn (Gewöhnlicher Löwenzahn)

Taraxacum officinale

Ausdauernde Wildpflanze mit tief eingeschnittenen, gezahnten Blättern in einer Rosette und gelben Blütenköpfen an hohlen Stängeln. Nahezu vollständig essbar.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Tief gezähnte Blätter in einer Rosette

2

Leuchtend gelbe Blütenköpfe an hohlen Stängeln

3

Schirmchenflieger in kugeligen Samenständen

4

Starke Pfahlwurzel, hohler Blütenstängel

5

Weißer Milchsaft in Stängeln, Blättern und Wurzeln

Wie Sie die Pflanze erkennen

Taraxacum officinale - Leaf

Blätter

Die Blätter des Löwenzahns bilden eine grundständige Rosette. Sie sind länglich bis lanzettlich, tief eingeschnitten und grob gezähnt, wobei die Zähne meist zur Blattbasis zeigen. Die Blätter werden bis zu 25 cm lang und sind kräftig geadert. Junge Blätter sind zarter und weniger bitter als ältere.

Taraxacum officinale - Flower

Blüten

Die Blüten des Löwenzahns stehen einzeln auf hohlen, blattlosen Stängeln. Jeder Blütenkopf besteht aus zahlreichen gelben Zungenblüten. Die Blüten öffnen sich bei Sonnenschein und schließen sich nachts und bei Regen. Hauptblütezeit ist das Frühjahr, doch einzelne Blüten erscheinen bis in den Herbst.

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Früchte und Samen

Nach der Blüte entwickeln sich kleine Achänen mit einem schirmchenartigen Haarkranz (Pappus). Sie bilden zusammen eine kugelige, weiße Samenstand-Kugel. Schon leichter Wind löst die Schirmchen und trägt die Samen weit fort.

Wurzel und Stängel

Der Löwenzahn entwickelt eine kräftige Pfahlwurzel, die tief in den Boden eindringt. Die Wurzel ist innen weiß und enthält Milchsaft. Die Blütenstängel sind hohl, blattlos und brechen leicht; an Bruchstellen tritt weißer Milchsaft aus.

Milchsaft

Beim Abbrechen von Blättern, Stängeln oder Wurzeln tritt ein weißer Milchsaft aus. Er enthält Bitterstoffe und kann bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen. Der Milchsaft wurde volksheilkundlich äußerlich verwendet, etwa bei Warzen.

Verwendung

Frühlingssalat mit Löwenzahnblättern

Junge Löwenzahnblätter bringen eine angenehme Bitterkeit in Salate und liefern viele Nährstoffe. Sie passen gut zu Ei, Kartoffeln oder anderen Wildkräutern. Kurzes Wässern kann den bitteren Geschmack mildern.

März–Mai (junge Blätter)

Löwenzahn-Sirup aus Blüten

Aus den gelben Blütenköpfen lässt sich ein aromatischer Sirup herstellen, der geschmacklich an Honig erinnert. Er eignet sich als Brotaufstrich, für Desserts oder zum Süßen von Tee.

April–Mai (Blüte)

Kaffeeersatz aus gerösteter Löwenzahnwurzel

Getrocknete und geröstete Löwenzahnwurzeln werden gemahlen und als koffeinfreier Kaffeeersatz aufgebrüht. Das Getränk schmeckt leicht karamellig und erdig und kann mit Zichorie oder Getreidekaffee gemischt werden.

Frühjahr und Herbst (Wurzeln)

Wirkung der Pflanze

Unterstützung der Verdauung

Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Antioxidative Wirkung

Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.

Unterstützung des Stoffwechsels

Unterstützt den Fettstoffwechsel und den allgemeinen Energiehaushalt.

Unterstützung der Leber

Fördert die Regeneration der Leber und ihre Entgiftungsfunktion.

Regulierung des Blutzuckers

Hilft, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und den Glukosestoffwechsel zu unterstützen.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Waldränder und Feldgehölze Wiesen und Grasflächen Weiden Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe Parks und städtisches Grün

Löwenzahn wächst bevorzugt an sonnigen, nährstoffreichen Standorten: auf Wiesen, Wegrändern, in Gärten und Stadtgrün. Er toleriert Trittbelastung und häufiges Mähen und kommt vom Flachland bis in höhere Lagen vor.

Taraxacum officinale - Habitat

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Junge Blätter im zeitigen Frühjahr vor der Blüte ernten – sie sind zarter und weniger bitter.
  • Blüten an trockenen, sonnigen Tagen sammeln, fernab von stark befahrenen Straßen.
  • Wurzeln im Frühling oder Herbst aus lockeren, unbelasteten Böden ausgraben.
  • Keine Pflanzen von gespritzten Rasenflächen oder Hundetoiletten sammeln.
  • Immer genügend Pflanzen stehen lassen, damit Bestäuber und Bodenleben profitieren.

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Frühlingskraft aus der Wiese

Junge Löwenzahnblätter gehören zu den ersten frischen Wildgemüsen im Jahr. Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe und Bitterstoffe, die die Verdauung anregen.

Kaffeeersatz aus der Wurzel

Geröstete Löwenzahnwurzel wurde früher häufig als koffeinfreier Kaffeeersatz verwendet und schmeckt leicht karamellig und erdig.

Überlebenskünstler der Stadt

Löwenzahn wächst in Ritzen von Gehwegen, auf stark genutzten Rasenflächen und an Straßenrändern. Er zeigt, wie anpassungsfähig Wildpflanzen im Stadtklima sind.

Ein Komplex vieler Kleinarten

Unter dem Namen Taraxacum officinale verbirgt sich ein komplexes Gefüge zahlreicher Kleinarten. Für die Praxis der Wildsammlung genügt aber die sichere Bestimmung des typischen Löwenzahns.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“

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