Frühlingskraft aus der Wiese
Junge Löwenzahnblätter gehören zu den ersten frischen Wildgemüsen im Jahr. Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe und Bitterstoffe, die die Verdauung anregen.
Taraxacum officinale
Ausdauernde Wildpflanze mit tief eingeschnittenen, gezahnten Blättern in einer Rosette und gelben Blütenköpfen an hohlen Stängeln. Nahezu vollständig essbar.
Tief gezähnte Blätter in einer Rosette
Leuchtend gelbe Blütenköpfe an hohlen Stängeln
Schirmchenflieger in kugeligen Samenständen
Starke Pfahlwurzel, hohler Blütenstängel
Weißer Milchsaft in Stängeln, Blättern und Wurzeln
Die Blätter des Löwenzahns bilden eine grundständige Rosette. Sie sind länglich bis lanzettlich, tief eingeschnitten und grob gezähnt, wobei die Zähne meist zur Blattbasis zeigen. Die Blätter werden bis zu 25 cm lang und sind kräftig geadert. Junge Blätter sind zarter und weniger bitter als ältere.
Die Blüten des Löwenzahns stehen einzeln auf hohlen, blattlosen Stängeln. Jeder Blütenkopf besteht aus zahlreichen gelben Zungenblüten. Die Blüten öffnen sich bei Sonnenschein und schließen sich nachts und bei Regen. Hauptblütezeit ist das Frühjahr, doch einzelne Blüten erscheinen bis in den Herbst.
Nach der Blüte entwickeln sich kleine Achänen mit einem schirmchenartigen Haarkranz (Pappus). Sie bilden zusammen eine kugelige, weiße Samenstand-Kugel. Schon leichter Wind löst die Schirmchen und trägt die Samen weit fort.
Der Löwenzahn entwickelt eine kräftige Pfahlwurzel, die tief in den Boden eindringt. Die Wurzel ist innen weiß und enthält Milchsaft. Die Blütenstängel sind hohl, blattlos und brechen leicht; an Bruchstellen tritt weißer Milchsaft aus.
Beim Abbrechen von Blättern, Stängeln oder Wurzeln tritt ein weißer Milchsaft aus. Er enthält Bitterstoffe und kann bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen. Der Milchsaft wurde volksheilkundlich äußerlich verwendet, etwa bei Warzen.
Junge Löwenzahnblätter bringen eine angenehme Bitterkeit in Salate und liefern viele Nährstoffe. Sie passen gut zu Ei, Kartoffeln oder anderen Wildkräutern. Kurzes Wässern kann den bitteren Geschmack mildern.
Aus den gelben Blütenköpfen lässt sich ein aromatischer Sirup herstellen, der geschmacklich an Honig erinnert. Er eignet sich als Brotaufstrich, für Desserts oder zum Süßen von Tee.
Getrocknete und geröstete Löwenzahnwurzeln werden gemahlen und als koffeinfreier Kaffeeersatz aufgebrüht. Das Getränk schmeckt leicht karamellig und erdig und kann mit Zichorie oder Getreidekaffee gemischt werden.
Die Bitterstoffe des Löwenzahns regen die Verdauung und den Appetit an. Traditionell wird er als Tee oder in kleinen Mengen frisch im Salat verzehrt, besonders vor schweren Mahlzeiten.
In der Volksheilkunde gilt Löwenzahn als Leber- und Galle-tonisierende Pflanze und wird in Frühjahrskuren genutzt. Bei bestehenden Leber- oder Gallenleiden ist ärztlicher Rat wichtig.
Löwenzahnblätter wirken leicht harntreibend und können die Ausscheidung über die Nieren unterstützen. Bei Nierenerkrankungen oder Einnahme von Entwässerungsmedikamenten ist Vorsicht und fachliche Beratung nötig.
Abgeseihte Aufgüsse aus Blättern oder Blüten können als mildes Gesichtswasser genutzt werden. Milchsaft sollte nur sehr vorsichtig und punktuell auf unverletzter Haut angewendet werden.
Mit ihrer tiefen Pfahlwurzel lockert Löwenzahn den Boden und holt Nährstoffe aus tieferen Schichten nach oben. Schnittgut eignet sich hervorragend für den Kompost.
Fördert die Funktion des Verdauungssystems und hilft bei Blähungen und Appetitlosigkeit.
Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.
Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.
Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.
Unterstützt den Fettstoffwechsel und den allgemeinen Energiehaushalt.
Fördert die Regeneration der Leber und ihre Entgiftungsfunktion.
Hilft, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und den Glukosestoffwechsel zu unterstützen.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.
Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.
Löwenzahn wächst bevorzugt an sonnigen, nährstoffreichen Standorten: auf Wiesen, Wegrändern, in Gärten und Stadtgrün. Er toleriert Trittbelastung und häufiges Mähen und kommt vom Flachland bis in höhere Lagen vor.
Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!
Löwenzahn auf Straßenrändern, Hundewiesen oder gespritzten Rasenflächen kann mit Schadstoffen belastet sein. Sammeln Sie Pflanzen zum Verzehr nur an sauberen, unbelasteten Orten.
Empfindliche Personen mit Allergien gegen Korbblütler oder Latex können auf Löwenzahn mit Hautreizungen oder Allergiesymptomen reagieren. Bei ersten Anzeichen einer Reaktion sollte der Verzehr beendet werden.
Löwenzahn kann mit anderen gelb blühenden Korbblütlern verwechselt werden. Achten Sie auf die typische Blattrosette, hohle Stängel und die kugeligen Samenstände mit Schirmchen. Bei Unsicherheit besser nicht verzehren.
Bei bestehenden Leber-, Gallen- oder Nierenerkrankungen sowie bei Einnahme von Medikamenten (z.B. Diuretika, Blutverdünner) sollte Löwenzahn nur nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal verwendet werden.
Junge Löwenzahnblätter gehören zu den ersten frischen Wildgemüsen im Jahr. Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe und Bitterstoffe, die die Verdauung anregen.
Geröstete Löwenzahnwurzel wurde früher häufig als koffeinfreier Kaffeeersatz verwendet und schmeckt leicht karamellig und erdig.
Löwenzahn wächst in Ritzen von Gehwegen, auf stark genutzten Rasenflächen und an Straßenrändern. Er zeigt, wie anpassungsfähig Wildpflanzen im Stadtklima sind.
Unter dem Namen Taraxacum officinale verbirgt sich ein komplexes Gefüge zahlreicher Kleinarten. Für die Praxis der Wildsammlung genügt aber die sichere Bestimmung des typischen Löwenzahns.
„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“