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Winterlinde (Kleinblättrige Linde)

Tilia cordata

Mittelgroßer bis hoher Laubbaum mit dichter Krone, kleinen herzförmigen Blättern und gelblichweißen Blüten in hängenden Trugdolden mit einem typischen Flügel- bzw. Hochblatt.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Duftende, gelblichgrüne Blüten mit typischem Flügel- bzw. Hochblatt

2

Kleine, herzförmige Blätter mit gesägtem Rand

3

Glatte, später längsrissige graubraune Rinde

4

Laub- und Mischwälder, Alleen, Parks und Dorfplätze

Wie Sie die Pflanze erkennen

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Blüten

Die Blüten der Winterlinde sind klein, gelblichgrün und in hängenden Trugdolden angeordnet. Charakteristisch ist das längliche Hochblatt, das mit dem Blütenstand verwachsen ist. Während der Blütezeit verströmen die Blüten einen intensiven, süßen Duft und liefern reichlich Nektar für Bienen. Gesammelt wird der gesamte Blütenstand mit Hochblatt.

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Blätter

Die Blätter der Winterlinde sind kleiner als bei der Sommerlinde, deutlich herzförmig mit zugespitzter Spitze und fein gesägtem Blattrand. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite etwas heller. In den Nervenwinkeln der Blattunterseite sitzen bräunliche Haarbüschel – ein Merkmal zur Bestimmung von Tilia cordata.

Rinde und Stamm

Die junge Rinde der Winterlinde ist glatt und grünlichgrau. Mit zunehmendem Alter wird sie graubraun und längsrissig. Alte Linden bilden oft mächtige Stämme mit Höhlungen, die wichtigen Lebensraum für Vögel, Fledermäuse und Insekten bieten.

Lebensraum

Die Winterlinde ist von Natur aus in Laub- und Mischwäldern zu finden, wird aber ebenso häufig als Alleebaum, in Parks und auf Dorfplätzen gepflanzt. Sie bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Böden und geschützte, nicht zu trockene Standorte.

Verwendung

Lindenblütentee

Lindenblütentee ist ein klassisches Hausmittel an kalten Tagen. Er schmeckt mild, leicht süßlich und wird gerne mit Honig verfeinert.

Juni–Juli (Blütenernte), ganzjährig (getrocknete Blüten)

Kräutermischungen mit Lindenblüten

Lindenblüten lassen sich gut mit Holunder, Hagebutte oder Minze kombinieren. Sie runden den Geschmack ab und bringen eine feine Blütennote in Kräutertees.

Ganzjährig (getrocknete Kräuter)

Lindenhonig in der Küche

Kräftiger Lindenhonig passt zu Müsli, Joghurt, Backwaren und natürlich in den Lindenblütentee. Sein intensives Aroma macht ihn zu einem besonderen Würz-Honig.

Juni–Juli (Tracht), ganzjährig (Honig)

Wirkung der Pflanze

Unterstützung des Immunsystems

Stärkt die natürliche Abwehrkraft des Körpers und hilft, Krankheiten vorzubeugen.

Entzündungshemmende Wirkung

Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Gesundheit der Atemwege

Lindert Beschwerden bei Erkältung, Husten und Bronchitis.

Beruhigung und Schlaf

Wirkt entspannend und kann bei Stress, Unruhe und Schlafstörungen unterstützen.

Herz- und Gefäßgesundheit

Unterstützt eine gesunde Durchblutung und das Herz-Kreislauf-System.

Antioxidative Wirkung

Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.

Linderung bei Erkältung

Hilft bei Schnupfen, Fieber und grippeähnlichen Beschwerden.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Laubwälder Mischwälder Waldränder und Feldgehölze Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe Parks und städtisches Grün Obstgärten und alte Obstbäume

Die Winterlinde wächst in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern sowie häufig als Alleebaum an Wegen und Straßen. Sie bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Böden mit ausreichender Feuchtigkeit und verträgt zugleich Stadtklima und Luftverschmutzung.

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Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Blüten in voller, aber noch heller Blüte an trockenen Tagen am späten Vormittag sammeln.
  • Nur saubere Bäume fernab stark befahrener Straßen ernten.
  • Blütenstände mit Hochblatt vorsichtig abknipsen und nicht zerkleinern.
  • In dünner Schicht, lichtgeschützt und gut belüftet trocknen, bis der Duft deutlich bleibt.

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Dorflinde als Treffpunkt

Die Dorflinde war vielerorts ein zentraler Versammlungsort: Unter der Krone alter Linden fanden Tanz, Gerichtsverhandlungen und Feste statt. Die Linde galt als Symbol für Gerechtigkeit, Schutz und Gemeinschaft.

Wichtiger Trachtbaum

Die Winterlinde ist ein bedeutender Trachtbaum. Zur Blütezeit summt die Krone vor lauter Bienen. Lindenhonig ist kräftig im Geschmack und beliebt als Begleiter zu Erkältungstees.

Lindenblütentee als Klassiker

Lindenblütentee gehört zu den bekanntesten Hausmitteln bei Erkältungen. Oft wird er mit Holunder, Hagebutte oder Minze gemischt und ist dank seines milden Geschmacks auch für Kinder geeignet.

Uralte Linden als Naturdenkmale

Alte Linden können mehrere Jahrhunderte alt werden und sind häufig als Naturdenkmale ausgewiesen. Ihre hohlen Stämme und starken Äste bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“

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