Sambucus Nigra
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Schwarzer Holunder

Sambucus nigra

Laubtragender Strauch oder kleiner Baum mit weißen Blütendolden und dunkelvioletten Beeren, seit Jahrhunderten als Heil- und Küchenpflanze genutzt.

Wichtige Erkennungsmerkmale

1

Unpaarig gefiederte Blätter mit 5–7 gesägten Fiederblättchen

2

Große, flache, cremeweiße Blütendolden (10–25 cm Durchmesser)

3

Glänzende schwarzviolette Beeren in dichten Trauben

4

Hohle Zweige mit weichem, weißem Mark

5

Unangenehmer Geruch von verletzten Blättern und Rinde

Wie Sie die Pflanze erkennen

Sambucus Nigra - Leaf

Blätter

Die Blätter sind unpaarig gefiedert, 15–30 cm lang und bestehen aus 5–7 länglichen, spitz zulaufenden Fiederblättchen mit gesägtem Rand. Die Oberseite ist dunkelgrün und leicht glänzend, die Unterseite heller. Einzelne Fiederblättchen werden 5–12 cm lang.

Sambucus Nigra - Flower

Blüten

Die kleinen, cremeweißen, fünfzähligen Blüten stehen in großen, flachen Dolden mit einem Durchmesser von 10–25 cm. Einzelne Blüten sind etwa 5 mm groß und besitzen auffällige gelbe Staubblätter. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni; die Blüten verströmen einen intensiven Duft.

Sambucus Nigra - Fruit

Früchte

Die Früchte sind glänzende, kugelige Beeren, zunächst grün, später schwarzviolett bis schwarz, 3–5 mm im Durchmesser. Sie besitzen einen saftigen, dunkelroten Farbstoff und enthalten 3–5 kleine Samen. Die Beeren reifen von August bis September in dicht hängenden Fruchtständen.

Sambucus Nigra - Hedgerow

Stamm und Zweige

Ältere Zweige haben eine graubraune, längs gefurchte Rinde mit deutlichen Korkporen. Junge Zweige sind grün bis bräunlich, innen hohl und mit weichem, weißem Mark gefüllt. Bei Verletzung verströmt die Rinde einen charakteristischen, unangenehmen Geruch.

Geruch

Die Blüten duften stark süß und honigartig und ziehen zahlreiche Insekten an. Blätter und Rinde entwickeln beim Zerreiben einen unangenehmen, dumpfen Geruch. Reife Früchte haben ein mildes, leicht weinartiges Aroma.

Verwendung

Holundersirup und Saft

Blüten oder Früchte werden zur Herstellung von Sirup, Saft und Limonade verwendet. Blütensirup ist ein beliebtes Sommergetränk, Fruchtsaft ist reich an Vitamin C.

Mai–Juni (Blüten), August–September (Früchte)

Holunderblütentee

Getrocknete Holunderblüten werden für einen wohltuenden Tee genutzt, der das Schwitzen anregt und bei Erkältungen unterstützen kann.

Ganzjährig (getrocknete Blüten)

Konfitüren und Gelees

Gekochte, reife Beeren eignen sich für die Zubereitung von Konfitüren, Gelees und fruchtigen Saucen, oft in Kombination mit Äpfeln.

August–September

Holunderwein

Traditioneller, hausgemachter Wein aus Holunderbeeren, bekannt aus der Volksküche.

August–September (Herstellung), ganzjährig (Verzehr)

Wirkung der Pflanze

Unterstützung des Immunsystems

Stärkt die natürliche Abwehrkraft des Körpers und hilft, Krankheiten vorzubeugen.

Entzündungshemmende Wirkung

Hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ist geeignet bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Entgiftung des Körpers

Unterstützt die Ausscheidung von Schadstoffen, entlastet Leber und Nieren.

Gesundheit der Atemwege

Lindert Beschwerden bei Erkältung, Husten und Bronchitis.

Unterstützung der Harnwege

Hilft bei Entzündungen der Blase und der Nieren.

Antioxidative Wirkung

Schützt die Zellen vor freien Radikalen und kann Alterungsprozesse verlangsamen.

Schmerzlinderung

Kann Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen lindern.

Unterstützung der Leber

Fördert die Regeneration der Leber und ihre Entgiftungsfunktion.

Linderung bei Erkältung

Hilft bei Schnupfen, Fieber und grippeähnlichen Beschwerden.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken anwenden, sprechen Sie immer mit einer Ärztin/einem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson für Phytotherapie.

Einige Pflanzen können allergische Reaktionen auslösen oder mit Medikamenten wechselwirken. Gehen Sie vorsichtig vor und wenden Sie sich im Zweifel an medizinisches Fachpersonal.

Vorkommen und Lebensraum

Waldränder und Feldgehölze Gebüschsäume und Hecken Brachflächen und verwilderte Standorte Wegränder und Feldränder Gärten und Höfe Parks und städtisches Grün

Der Schwarze Holunder wächst vor allem in Laubwäldern, an Waldrändern, in Parks und Gärten. Er bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Standorte mit ausreichend Licht. Häufig findet man ihn in der Nähe von Bächen und in feuchten Tallagen. Er verträgt Halbschatten ebenso wie volle Sonne und kommt auch mit städtischer Umgebung gut zurecht.

Sambucus Nigra - Habitat

Erntezeit

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Tipps zur Ernte

  • Blüten nur bei trockenem Wetter am Vormittag nach dem Abtrocknen des Taus ernten
  • Nur voll aufgeblühte, intensiv duftende Dolden pflücken
  • Früchte ausschließlich vollreif (schwarzviolett) sammeln
  • Nicht in der Nähe stark befahrener Straßen ernten (mind. 50 m Abstand)
  • Sträucher nicht vollständig abernten – einen Teil für Tiere und Natur stehen lassen
  • Blüten möglichst rasch verarbeiten, ideal am selben Tag

Warnhinweise und sichere Anwendung

Allgemeine Empfehlungen

Informationen zu heilkundlichen Wirkungen dienen nur der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bevor Sie Pflanzen zu therapeutischen Zwecken verwenden, konsultieren Sie immer eine Ärztin/einen Arzt oder eine qualifizierte Fachperson. Wenn Sie sich bei der Bestimmung der Pflanze nicht sicher sind, sammeln oder verwenden Sie sie nicht!

Spannende Fakten und Geschichte

Heiliger Baum

In der Volksüberlieferung galt der Holunder als heiliger Baum, der Häuser vor bösen Geistern schützte. In vielen Kulturen schrieb man ihm eine schützende Kraft und glücksbringende Wirkung zu.

Medizinische Geschichte

Getrocknete Holunderblüten sind seit Jahrhunderten Bestandteil zahlreicher Kräutermischungen gegen Grippe und Erkältung. Schon Hippokrates bezeichnete den Holunder als „Apotheke des Volkes“.

Natürliches Färbemittel

Die Beeren werden als natürliches Farbstoffmittel in Lebensmitteln und Kosmetik verwendet. Der intensiv violette Saft diente früher auch zum Färben von Stoffen.

Musikalische Geschichte

Aus den hohlen Zweigen des Holunders wurden früher einfache Blasinstrumente und Flöten für Kinder hergestellt.

„Das Wissen über Wildkompass verbindet die traditionelle Erfahrung früherer Generationen mit moderner wissenschaftlicher Erkenntnis.“

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